Freier oder Sklave?

Dieses Blog wurde begonnen, weil mir einfach danach war, zwei Menschen zu danken, welche ich auf der Reise zu meiner submissiven Identität massgeblich geholfen haben.

Ich habe für diesen Weg ganz bewusst den Kontakt zu professionellen Dominas gesucht – und ich darf sagen, dass ich kaum schlechte Erfahrungen gemacht habe. Manchmal wird aus einem solchen Kontakt aber mehr als nur eine faire Dienstleistung, die, zwar durchaus mit Empathie geleistet, eben doch ein Geschäft bleibt, oder im guten Fall eine Party, für die man Eintritt bezahlt hat, die aber zu Ende geht.

Du trittst zurück in den Alltag und nimmst ein paar Schwingungen mit, die Dir bleiben, als eine schöne, prickelnde Erfahrung.

Manchmal aber wird daraus mehr, bildet eine solche Session einen Fixpunkt, einen Anker auf dem Weg der Selbstfindung. Und solche Weichen habt Ihr für mich gestellt und dabei meinen Zug so geführt, dass er nicht entgleist ist.

Aussenstehenden mag es schwer zu erklären sein, aber was Dominas je länger je mehr vermissen, ist Respekt. Es ist geradezu ein Witz, wie sich die Anlage einer SM-Session und die innere Einstellung des Gastes unterscheiden können. Natürlich zahlt der Gast und bleibt er damit König – aber wenn er sich in einem Dominastudio wie ein Freier benimmt, verdirbt er damit alles. Will er aber wirkliche Submission erleben, anbieten, und sich darin spüren, so kann er auf Reiseführerinnen treffen, die mit Lust und Freude nach seinen Wurzeln forschen und ihn Lust ganz neu erleben lassen.

*

 

Neue Reise, tiefes Glück

Vertrautes und Neues – Ihr schenkt mir Beides.

Ich darf reisen und einkehren, heimkommen und Neues erkunden.

Ich werde geschätzt, geachet, geliebt – und sklaven wissen, dass sich das sehr wohl mit Strenge verträgt, mit Unterwerfung, die Befreiung ist, Hingabe weckt und diesem Gefühl Raum verschafft:

Aufgehen dürfen in der Verehrung einer Frau, bis sich der Himmel öffnet.

Ich habe eine wunderbare Woche vor mir, und ich freue mich, diesem meinem Glück so zu begegnen, wie ich es früher wohl nicht konnte:

Es gehört auch Reife dazu, im Glück der einzelnen Begegnung nicht die Wehmut auf noch viel mehr zu entfachen, sondern ganz in diesem Glück zu bleiben und es in seiner ganzen Tiefe wirken zu lassen und aufnehmen zu können.

Ich freue mich.

Spontan: Hände

Sie sind geschickt, sie können greifen, schlagen, streicheln, halten. Sensible Hände können reden. Anatomisch ist besonders der Daumen phantastisch: Kein anderes Wesen hat durch die besondere Anordnung der fünf Finger ein so vielseitiges Greifwerkzeug wie der Mensch.

 

Oder eben die Frau. Wir Männer rubbeln uns schon mal stumpf in den Schoss, bauen „unseren Druck ab“. Aber wer von uns geht – regelmässig – sensibel, fein, suchend, neugierig mit seinem Schwanz um? Wir packen ihn und reiben ihn mit unseren Händen, ach was, mit unserer einen Hand – und irgendwann entlädt sich der Druck und es bleibt ein wenig Leere zurück.

 

Lady Luzianas Finger Tipps

Lady Luzianas Finger Tipps

Die Hände der Frau, die ich im Kopf habe, reden ganz anders mit mir… Es sind grosse Hände, die Kraft haben, über die sich aber eine samten weiche Haut spannt… es sind Hände, die suchen, fühlen, mit mir reden, die beherrschen wollen und den Zugang finden zu mir, zu meinem Erstaunen, zum Schritt, an dem ich mir zeigen lassen will, wie sehnsüchtig ich wirklich bin… Es ist wunderschön, diese Spiellust zwischen die eigenen Beine greifen zu spüren, sein bestes Stück, das uns doch viel zu oft fremd bleibt, auszuliefern und zu erleben, wie sich der Traum aller submissiven Gedanken richtig beherzt meiner annimmt…

 

Immer mit der unterschwelligen Angst im Hirn, leisten zu müssen, Lust zeigen zu müssen, ist es so unglaublich befreiend, wie aussen vor gelassen zu werden und doch mittendrin zu sein: Da hat mich eine Frauenhand in Ihren Fingern, und sie hat überhaupt keinen Zweifel, dass mein Schwanz mit Ihr reden wird. Mit Ihr, wie kaum zuvor mit irgend jemand sonst…

 

Und ich fühle mich sexy in diesen Händen, und wenn sie über meinen Körper streichen, um immer wieder dahin zurück zu kehren, wo mein Glück in diesen gedehnten Momenten sitzen darf, dann komme ich heim und Schauer fahren über meinen Bauch und gleiten tiefer…

 

Diese Hände dürfen alles. Mir weh tun, die Spanne meiner Empfindungen dehnen, der eigenen Neugier, was geht, folgen, und dann zurück kommen zu diesem Triumph, der darin liegt, die Lust einer lebenslangen Sehnsucht in den Händen zu halten – und statt heftigen Bewegungen genügt die Variation des Drucks, um alles auszulösen – oder fast alles – denn auch eine solche Hand hat Spass daran, dieses Gefühl auszukosten und die Wärme in Hitze zu verwandeln, immer wieder…

Spontan: Inspiration (1)

.

Es gibt keine Herrin, die nicht behauptet, sie zu besitzen – und keinen Sklaven, der sich nicht wünscht, seine Herrin zu inspirieren, die besten Seiten in ihr zu wecken, die sich in raffiniertesten und sinnlichsten neuen kleinen Überraschungen niederschlagen – und in einem Feuer, einer Innigkeit und Harmonie, die über jeder einzelnen Handlung liegt.

Und doch gibt es wohl gerade deswegen so viele professionelle Damen, die sich denken, sie könnten „auf Domina umsatteln“ und sich damit das Geld verdienen leichter machen. Nirgends gibt es so viele Fetische und Hilfsmittel, welche vermeintlich wie schlichte Knöpfe funktionieren, auf die nur gedrückt werden muss, und schon ist – schwupps – der Sklave gebändigt.

Nur: In keiner anderen Art Begegnung besitzen die Teilnehmer so feine Antennen für echte Passion, wie bei SM. Und es gibt wenig, was trauriger ist, als in irgend einem Bereich intim stimmender Begegnung nichts zurück zu bekommen als automatisiert wirkende Reaktionen, nach dem Motto:

Ich weiss, was Du erwartetst, also gebe ich Dir das.

Nun kann kein Mensch und also auch kein Dom und keine Herrin jeden Gast mit echtem Herzblut empfangen. Aber ich denke, dass gerade das Elend, echte Passion viel zu selten zu erleben, manchen Zauber und viel Freude abhanden kommen lässt. Es gibt auch die Dominas, die fassungslos darüber sind, wie Herren funktionieren können. Also:

Nirgends ist das Geschäft mit gekauften Illusionen so lockend – und wohl auch nirgends ist das, was man dabei verpasst, so unendlich riesig.

Wenn nämlich Harmonie, Vertrauen, Offenheit, Sehnsucht, Verlangen auf den wissenden Gegenpart trifft, der mit Neugier, Freude, Spiel-Lust und geistig-körperlicher Sinnlichkeit aufnimmt, was er oder sie anbietet, dann gibt es nirgends so viel Gestaltung, Farbe, Vielfalt und Empfindungsreichtum zu erleben wie bei SM.

Stichwortgeberin: Lady Luziana

Spontan: Dekolleté

.

Ach… Ich schau doch immer erst und nur in die Augen…

Aber ich habe, tatsächlich, schon mit der neuen Schreibweise Mühe. Dass sogar der Duden nun die eingedeutschte Schreibweise erlaubt, ist in etwa so, wie wenn man einem Auto mit Metallicfarben den Lack stumpf wegpolieren würde. Le décolleté, meine Damen, das tönt doch ganz anders, nicht wahr? Tango statt Marschmusik…

Aber ich lenke (mich) vom Thema ab. Natürlich ist ein schönes Dekolleté (meinetwegen dann halt…) ganz wunderschön. Wobei ich da offen lassen möchte, wie voll dieses sein darf, sollte oder … ist eh die völlig falsche Diskussion. Denn einmal ist es das dunkel verschwimmende Grübchen zwischen den Brüsten, dann wieder die Bewegung der Wölbungen bei der Atmung, und bei nächster Gelegenheit, jaaah, die drängend gefüllte und kaum gebändigte Macht, die verzückt und das Hirn nur noch ticken, aber nicht mehr denken lässt.

In allererster Linie aber transportiert uns das Dekolleté einfach den Zauber der weiblichen Brust ins Bewusstsein: Diese Faszination der weichen und doch festen Rundung, die nirgends die Haut eines Frauenkörpers samtener leuchten lässt wie genau hier, am Ansatz der Stelle, die zu liebkosen einen jeden Mann dazu befähigen sollte, innige Zärtlichkeit zu empfinden. In nichts finde ich einen Porno so absurd wie beim „Thema“ Brust-Worship: Diese thumb grapschenden Hände…

(c) Lady Pascal – Bearbeitung: smartig

Dominas mögen unterschiedliche Prinzipien haben, wenn es darum geht, wie viel Körperlichkeit sie zulassen wollen – aber es ist nicht selten, dass es einem Sklaven eher gestattet wird, die Muschi zu lecken, als die Brust zu küssen. Ansehen, erst recht Berührung dieses weiblichen Attributs ist die Begegnung mit jenem Teil des Körpers der Frau, zu dem sie in jedem Fall ein besonderes Verhältnis hat.

Dass ausgerechnet Barbusigkeit bei einem Seite-3-Bild selbstverständlich ist, will da nicht unbedingt dazu passen – aber ich bleibe dabei: Frau und Mann können zum Busen eine sehr spezielle Beziehung entwickeln – und so ist das Dekolleté das Kleidungsstück, das dieses wunderbare Attribut der weiblichen Schönheit in seinem ganzen Stolz umschmiegt – in der Sprache, die seine Besitzerin mag und mit dem Grad an Verheissung, der aus der Vorstellung die viel höhere Sexyness zieht als aus der platten Präsentation nackter Tatsachen.

___

Stichwortgeberin: Lady Pascal