Studiogänger zwischen Traumtanz und Selbstfindung

Ich habe jene wiederholten “Studiogänger” nie verstanden, welche mal rasch einer Stiefelfrau zu Füssen kriechen, schauen, wie sich das anfühlt, und dann wieder gehen, und das war’s?

Quelle: unbekannt - Bearbeitung: smartig

Aber das muss ja auch nicht ich verstehen, sondern die Domina, die ihre Dienste anbietet. Sie ist vielleicht genau so distanziert zu ihrem Tun, und so treffen sich zwei Menschen, die aneinander vom eigenen Ganzen abgekoppelte Wesenszüge erproben- und danach nach Hause gehen, wie ich vielleicht von einem aufregendes Fussballspiel nach Hause komme.

Wenn ich dann erzählt bekomme, mit welcher Art “Freiersprache” solche Typen bei Herrinnen aufkreuzen, dann kann ich mich nur wundern.

Umgekehrt ist diese ein Stück weit seelenlose Odyssee in eine Traumwelt vielleicht genau noch das, was Aussenstehende verstehen mögen – oder akzeptieren können? Gott sei Dank funktioniert der Typ ansonsten normal, oder?

Ich für mich habe kein einziges gebeugtes Knie, keine Bodenberührung meiner Stirn zur Vergeudung übrig. Ich suche und finde mich selbst in meiner Hingabe. Wenn ich nach Hause komme, dann bin ich mir näher gekommen, und diese Erfahrung will ich mitnehmen. Sie soll mir bleiben und ein Teil von mir werden, denn ich erlebe mich darin als ein Stück weit ganz geworden, vollständiger auf jeden Fall, als ich es zuvor war.  Die Sprache, die jemand in seinem Verhalten als Sub (oder Dom) findet, soll vom Menschen erzählen, der diese Worte findet. Dieses Feld der Dominanz und Submission ist wie eine Fremdsprache, in der es sehr vielfältigere und reichere Ausdrucksweisen für das zu entdecken gibt, was wir in jede Beziehung mit Liebe hineintragen: Hingabe.

Natürlich hat ein Studiobesuch nichts mit Liebe zu tun. Sich selbst aber sollte man dabei sehr lieb verbunden sein. Beidseitig.

Phantasy – Die Plattform fürs Kopfkino

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Lady Pascal sei Dank. Sie hat in unseren alten Mails gegraben und ein paar meiner *heissen alten Phantasien” ausgegraben.

Damals schienen solche Szenarien für mich unerreichbar fern. Lese ich es heute, so stelle ich fest:

Einer professionellen Domina, die ihre Passion mit Klasse, Erfahrung und Überzeugung auslebt, dürften viele  Szenarien, die sich ihre Gäste ausdenken, keinerlei Kopfzerbrechen bereiten. Sie mögen daraus höchstens ableiten, wie es um gerade diesen Zögling bestellt ist und wie man ihn dazu motivieren kann, die innere Bereitschaft zur geschilderten Unterwerfung tatsächlich ausleben zu wollen. Dies kann dann auch für die Herrin eine äusserst befriedigende Begegnung werden, weil sie traumwandlerisch sicher die Klaviatur findet, auf der sie den Sklaven durch die Session führen kann. Die Überraschung besteht für Beide am Ende in der befreienden Sinnlichkeit, die in jeder Phase des Spiels neue Spitzen erklimmen kann.

Was für die Gäste einer Domina in der Phantasie verbleibt, ist dies:

Das Lebensgefühl, tatsächlich und verbindlich zum Sklavenobjekt zu werden, bleibt auf gelegentliche Besuche beschränkt und braucht die Fiktion, in der das Davor und das Danach ausgeblendet wird.

Vielen Gästen ist das sehr wohl recht so, mir blieb jeweils danach eine Trauer erhalten, welche dieses befreiende Gefühl der absoluten Selbstaufgabe gern, sehr gern wach gehalten und in eine dauerhaft verbindliche “Beziehung” eingebettet hätte.

Heute erlebe ich mich so, dass ich sehr viel weniger Szene und perfekte Illusion “brauche”, weil ich diese verbindliche Zugehörigkeit zu einer dominanten Frau fühlen und erleben darf. Und so feiern zwei scheinbar sehr unterschiedliche Frauen, die in ihrer tiefen Fähigkeit zur Empathie sich doch so ähnlich sind,  meinen Werdegang leise mit – die eine als Freundin, die andere als Geniesserin…

Ähm, das heisst dann natürlich umgekehrt, dass jede noch so szenische Konstellation in Zukunft  ihre ganz neue, noch viel tiefere Wirkung auf mich haben wird: Der Unterschied ist also nur dieser:
Ich bin angekommen und habe plötzlich Zeit:  Jeder geteilte Gedanke ist Teil meiner Submission, die ich auf diese eine Frau ausgerichtet damit bereits lebe – auch mit diesem Blog!