Männer sind einfach gestrickt, heisst es. Wir haben Knöpfe, die Frau nur zu drücken braucht, und schon reagieren wir berechenbar.
Mag sein, dass wir besser gucken als denken können. Wenn es denn so ist, so liegt aber darin auch das grösste Übel für uns Männer:
Die Welt und wir selbst nagen am offensichtlichen Mangel, dass wir Männer über diese Einschätzung nicht reden können – und schon gar nicht darüber, wie wir unter diesem Bild leiden.
Dass wir auch in Männerfreundschaften kaum über dieses Thema reden, heisst nicht, dass wir zu stumpfsinnig sind. Es bedeutet nur, dass die antrainierten Verhaltensmuster ganz tiefe Furchen haben.
Was ich am allermeisten vermisse: Das echte Männergespräch. Wir kommen uns schon blöd vor, wenn wir das nur schon hören. Und wir neigen sofort dazu, ein solches Ansinnen zu verballhornen. Und dann sprechen wir wieder über Fussball und den Job. Oder so. Männerfreundschaften, die sich mit der Verbundenheit zwischen Frauen vergleichen lassen können, gibt es kaum.
Wir sind einsame Wölfe, die davon ausgehen, dass sie, wenn sie leiden, das mit sich selbst auszumachen haben.
Das gilt, natürlich, erst recht für submissiv veranlagte Männer, welche sich bei einer Domina die Klinke in die Hand geben. Wie mancher von ihnen könnte ein Stück Trost und Mut finden, wüsste er um die Geschichte des anderen.
Kennen Sie als Mann einen einzigen Genossen, dem sie bedenkenlos von Ihrer Sexualität erzählen würden – und von den Nöten, die sie damit auch haben? Eben.
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Bild: Bearbeiteter Cover-Auschnitt des Buches: Wie man Freunde fürs Leben gewinnt (vom Glück einer besonderen Beziehung) – von Wolfgang Krüger, Herder-Verlag, Taschenbuch, ISBN-10:3-451-06085-X (Buch vom Blogautor nicht gelesen)