Aber das muss ja auch nicht ich verstehen, sondern die Domina, die ihre Dienste anbietet. Sie ist vielleicht genau so distanziert zu ihrem Tun, und so treffen sich zwei Menschen, die aneinander vom eigenen Ganzen abgekoppelte Wesenszüge erproben- und danach nach Hause gehen, wie ich vielleicht von einem aufregendes Fussballspiel nach Hause komme.
Wenn ich dann erzählt bekomme, mit welcher Art “Freiersprache” solche Typen bei Herrinnen aufkreuzen, dann kann ich mich nur wundern.
Umgekehrt ist diese ein Stück weit seelenlose Odyssee in eine Traumwelt vielleicht genau noch das, was Aussenstehende verstehen mögen – oder akzeptieren können? Gott sei Dank funktioniert der Typ ansonsten normal, oder?
Ich für mich habe kein einziges gebeugtes Knie, keine Bodenberührung meiner Stirn zur Vergeudung übrig. Ich suche und finde mich selbst in meiner Hingabe. Wenn ich nach Hause komme, dann bin ich mir näher gekommen, und diese Erfahrung will ich mitnehmen. Sie soll mir bleiben und ein Teil von mir werden, denn ich erlebe mich darin als ein Stück weit ganz geworden, vollständiger auf jeden Fall, als ich es zuvor war. Die Sprache, die jemand in seinem Verhalten als Sub (oder Dom) findet, soll vom Menschen erzählen, der diese Worte findet. Dieses Feld der Dominanz und Submission ist wie eine Fremdsprache, in der es sehr vielfältigere und reichere Ausdrucksweisen für das zu entdecken gibt, was wir in jede Beziehung mit Liebe hineintragen: Hingabe.
Natürlich hat ein Studiobesuch nichts mit Liebe zu tun. Sich selbst aber sollte man dabei sehr lieb verbunden sein. Beidseitig.


