Studiogänger zwischen Traumtanz und Selbstfindung

Ich habe jene wiederholten “Studiogänger” nie verstanden, welche mal rasch einer Stiefelfrau zu Füssen kriechen, schauen, wie sich das anfühlt, und dann wieder gehen, und das war’s?

Quelle: unbekannt - Bearbeitung: smartig

Aber das muss ja auch nicht ich verstehen, sondern die Domina, die ihre Dienste anbietet. Sie ist vielleicht genau so distanziert zu ihrem Tun, und so treffen sich zwei Menschen, die aneinander vom eigenen Ganzen abgekoppelte Wesenszüge erproben- und danach nach Hause gehen, wie ich vielleicht von einem aufregendes Fussballspiel nach Hause komme.

Wenn ich dann erzählt bekomme, mit welcher Art “Freiersprache” solche Typen bei Herrinnen aufkreuzen, dann kann ich mich nur wundern.

Umgekehrt ist diese ein Stück weit seelenlose Odyssee in eine Traumwelt vielleicht genau noch das, was Aussenstehende verstehen mögen – oder akzeptieren können? Gott sei Dank funktioniert der Typ ansonsten normal, oder?

Ich für mich habe kein einziges gebeugtes Knie, keine Bodenberührung meiner Stirn zur Vergeudung übrig. Ich suche und finde mich selbst in meiner Hingabe. Wenn ich nach Hause komme, dann bin ich mir näher gekommen, und diese Erfahrung will ich mitnehmen. Sie soll mir bleiben und ein Teil von mir werden, denn ich erlebe mich darin als ein Stück weit ganz geworden, vollständiger auf jeden Fall, als ich es zuvor war.  Die Sprache, die jemand in seinem Verhalten als Sub (oder Dom) findet, soll vom Menschen erzählen, der diese Worte findet. Dieses Feld der Dominanz und Submission ist wie eine Fremdsprache, in der es sehr vielfältigere und reichere Ausdrucksweisen für das zu entdecken gibt, was wir in jede Beziehung mit Liebe hineintragen: Hingabe.

Natürlich hat ein Studiobesuch nichts mit Liebe zu tun. Sich selbst aber sollte man dabei sehr lieb verbunden sein. Beidseitig.

Eine neue Begegnung

Foto: kenmarcus.com - Ausschnitt und Bearbeitung: smartig

Ich werde  in wissende Hände gelangen.

Sie werden mich führen, leiten und benutzen.

Wenn dann endlich aus meiner Sehnsucht Hingabe werden darf,
bekommt mein Verlangen seinen Sinn.

Meine Phantasien sind mir Antrieb, aber Erfüllung verspricht mir der Moment, in dem ich den Willen meiner Herrin erfahre.

Dass es ihn gibt, diesen fordernden Befehl, der meine Knie einknicken lässt, weil ich erkannt werde und fassungslos glücklich bin, mein Bangen in Ihrem Wissen ertrinken zu sehen.

Was folgt, ist der Rausch der Verheissung, uneingeschränkt verfügbar zu werden und jeden Gedanken meiner Herrin aufnehmen zu können, um ihn zu meinem eigenen zu machen.

Ein kleiner Fingerzeig meiner Gebieterin lässt mich selbst nach meinen Grenzen streben.

Möge Sie sich daran berauschen, ihre Macht zu erfahren und niemals die Lustverlieren, mich zu formen!
Denn meine Lust soll endlich eine Königin erreichen, welche meine Unterwerfung fordert und geniesst.

*

Bildnachweis: Ken Marcus: kenmarcus.com, Ästhetische Fetish-Fotografie

Hin zu Dir

Lady Luziana - luziana.org - Bearbeitung: smartig

Spiele mit mir, Herrin, denn ich wünsche mir, dass ich in Begegnungen mit Dir Deinen Stolz fühle, auf den Wellen meiner Hingabe Deine tabulosesten Gedanken tanzen lassen zu können wie die Feder im Wind.

Ich bin bereit, in jeder Beschränkung meiner Freiheit die Chance zu sehen, den mir zugewiesenen Raum mit meinem hingebungsvollen Wesen auszufüllen. Spielerisch UND gebieterisch sollst Du über mich herrschen und Lust und Qual wie Blitz und Sonnenstrahl über mir ausschütten.

Alles, was mir je widerfuhr, jede Narbe wie jedes mir Mut machende Erlebnis, alle Erfahrungen, Träume und Enttäuschungen – sie führen zu Dir hin und haben ihren Sinn für mich, wenn ich zu Deinen Füssen erkennen darf, dass ich angekommen bin – nach einer langen entbehrungsreichen Reise. Nun endlich kann ich sagen: Nichts war umsonst.

Erkunde mich durch Prüfung, erlebe mich durch die schamlose Nutzung meiner Wehrlosigkeit – und korrigiere und leite mich, auf dass meine neuen Erfahrungen Lehrstücke sind auf dem Weg, Dir das zu werden, was ich sein will:

Die personifizierte Verlockung als Dein Sklave, Dich Deinerseits noch tiefer und freier auf Dein eigenes Wesen einzulassen.