Mit Lust und Dankbarkeit schreiben

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Ich bin ein Schwärmer. Vielleicht ein Phantast. Sicher aber ein ewig Sehnsüchtiger. Unbefriedigter. Und doch bin ich glücklich. Denn das, was ich vermisse, ist mir süsse Qual – und stets liegt ein Stück Glück nicht unerreichbar fern. Wie also sollte ich nicht zufrieden sein, demütig ergeben für das, was mir beschieden ist?

SM – es wird immer Teil meines Wollens sein: Das subtile Spiel von

Macht und Unterwerfung,

Schmerz und Zärtlichkeit

Freiheit und Gefangenschaft

Erniedrigung und Annahme.

 

Ich betrachte es als ein Zeichen meiner dankbaren Demut, hier davon schreiben zu dürfen, zur Ehre jener Frauen, die mich führten und führen, in Erinnerung und aus Dankbarkeit für alle guten Erfahrungen. Und ich will es in einer Weise tun, die durchaus auch bei Menschen ohne ausgeprägte ähnliche Neigung etwas Verständnis für unsere Welt wecken kann, für unser Denken und Fühlen, für das ich eine weitere Stimme sein will.

Hier zu lesen und daraus Gewinn zu beziehen, bedingt aber stets, einer Dom Achtung entgegen bringen zu können – und Sensibilität zu entwickeln für die Besonderheiten, die das Verhältnis von Domina und Sklave ausmachen.

Ermattet, aber sehr zufrieden

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Ich jage meinem Glück nicht mehr hinterher. Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe. Und ich habe allen Grund dazu.

Und ich fühle seither, wie quälend und aufreibend doch meine Suche war.

Ich sehe es jetzt, weil das geschieht, was ich bestens schon kenne: Kaum bist du einen Schritt weiter, hast Platz genommen in deinem Leben, schon ziehen sie vorbei, die alten Erfahrungen, in Form neuer Begegnungen, die wie neue Angebote erscheinen. Und ich spüre dabei überdeutlich: Nein. Nicht mehr. Ich habe so oft so viel investiert, mich mit Haut und Haar ausgeliefert, das Innerste nach aussen gekehrt – und mich irgendwann umgedreht, wie ein Reisender, der bemerkt, dass die anderen nicht in den Zug eingestiegen sind.

Ich bin auf eine gesunde Art müde geworden. Und darf da einfach sein. Auch hier ist es nicht nur das Angebot einer lieben Person, das mir dazu verhilft. Es gehört mit dazu, ja. Aber vor allem bin ich es selbst, der mir den Taktstock gibt – oder eben darauf verzichten kann. Ich bin jetzt einfach mal. Unfertig, ja. Aber wer ist das nicht? Und ich reise im Regionalzug. Glücklich, wenn jemand neben mir sitzt. Oder ich ihm zumindest davon erzählen kann.

Meines Glückes Schmid bin ich selbst

Eine gute Partnerschaft führen zu dürfen, ist ein grosses Glück – und immer auch eine Herausforderung. Sie braucht Arbeit und den immer wieder sich selbst geschuldeten Willen, am Vertrauen in sich selbst arbeiten zu wollen. Denn:

Niemand kann für das Glück eines anderen Menschen verantwortlich sein. Das bleibt, auch an der Seite eines geliebten Menschen, eines Partners, der nur Augen, Herz und Ohren für dich hat, deine ganz eigene Aufgabe, die du nicht fremdvergeben kannst. Ein kleines Beispiel dafür ist:

Der beste und eng mit mir verbundene Mensch kann mir beschreiben, wie wundervoll ich bin. Wenn ich es nicht hier und jetzt auch glauben kann, habe ich ein Problem. Vielleicht denke ich:

“Bitte, sag mir das immer wieder. Irgendwann kann ich es glauben und annehmen.”

Wenn dem so ist, dann habe ich ein Problem, das dieser Mensch für mich nicht lösen kann und zu dem er auch nichts weiter wird beitragen können: Ich muss und darf in mir erkennen, dass ich eine tolle Person bin, liebenswert, mit Eigenschaften, die mir eigen sind und die mir bleiben, ganz unabhängig von den Menschen, die um mich herum sind.

Bild-Vorlage gefunden bei http://rolloloves.tumblr.com, via http://secret-dedication.tumblr.com/; Fotograf unbekannt; Bearbeitung: smartig

Und nur dann, wenn ich dieses Selbstvertrauen, die Selbstliebe für mich aufbringe, kann ich auch ohne Klammern lieben und das Zusammensein mit mir anbieten – aus vollem Herzen die Hand aufhaltend, auf dass du sie ergreifen kannst.

Und wenn diese Kunst eine so grosse und wichtige ist – wie sehr steigt die Herausforderung dann für eine Sub-Dom-Beziehung noch an? Und wie passt das zusammen, wie “geht das überhaupt”.

Das Geschenk an Vertrauen und Hingabe, das einer Sub-Dom-Beziehung zugrunde liegt, kann durchaus dafür sogar eine Hilfe sein. Mehr dazu später.

Vom ersten Kontakt bis zur Lebenserfüllung

Es ist so lange her: Ich erlebte dunkle Zeiten, doch irgendwie  erschien mir diese Göttin beim Surfen durchs Internet wie ein Lichtstrahl im Dunkeln. Dabei war es erst nur einfach eine Frau, eine professionelle Domina, die weit genug weg residierte, dass ich den Mut fand, ihr zu schreiben, wohl wissend, dass ich erst nach Monaten eine Gelegenheit haben würde, allenfalls gefasstes Zutrauen in einer realen Begegnung zu festigen.

Sie beantwortete meinen schriftlichen Redeschwall defensiv, wies mich nicht ab, aber machte mir im Grunde auch keine Hoffnungen, und das war bemerkenswert: Ich spürte kein Kalkül, meinen inneren Aufruhr am Köcheln zu halten, um einen potentiellen neuen Kunden zu gewinnen.

Wir wissen bis heute nicht, weshalb ich in dieser frühen Phase weiter schrieb und sie weiter las – aber wir wissen, was daraus geworden ist: Eine Relation, die sehr schnell über gedanklichen Austausch zwischen Dom und Sub hinaus ging und zu einer tiefen Freundschaft wurde, in der wir uns gegenseitig durch alle Tiefen trugen. Selbst als wir uns nach Jahren das erste Mal sahen, war da so viel am Tisch zu erzählen, dass wir jede(r) allein und ohne Session schlafen gingen, aber mit einer Wärme  in Kopf und Herzen, die durch keine Spielsituation hätte runder und voller sein können.

Wir kamen zusammen, gingen nie wieder wirklich auseinander und kämpften stattdessen gegenseitig für den Raum im Leben des anderen, um das Glück möglich zu machen, im realen eigenen Leben das erkennen zu dürfen, was schon da war. So manche Suche nach dem vermeintlich Schöneren führt uns im Grunde weg vom einfachen und klaren Weg.

Das Projekt dieses Blogs  veranlasst uns, in den Anfängen unseres Austauschs nach Texten zu forschen. Ich werde sie auf dieser Webseite teilweise wiedergeben, weil sie Zeugnisse sind für einen Mann, der seine submissive Neigung und seine entsprechende sexuelle Identiät entdeckte und mit einer Domina zu erleben beginnt. Es ist ein gutes Beispiel und soll ruhig die entsprechende Kraft entfalten, die es auch in sich trägt: Denn aus dieser Begegnung ist eine zweite gewachsen, in deren Obhut mich meine Retterin von damals aus tiefstem Herzen gerne sieht: Meine heutige Herrin, die ich durch sie kennen gelernt habe. Und so lege ich die Texte hier, die alle Mosaiksteine meiner heutigen Persönlichkeit sind, alle auch in die Hände meiner Herrin. Ich werde diese Steinchen mit ihr zusammensetzen und daraus das Bild formen, das wir zusammen unseren Neigungen entsprechend gestalten können. Ich habe noch so viel zu geben. Dass ich erneut so viel geschenkt bekomme, ist einfach ein grosses Glück.